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Kemerowo

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  1. Bekannte Kemerowoer

Kemerowo liegt in Westsibirien an beiden Ufern des Tom. Es ist die Hauptstadt von Kusbass, des Kusnezkbeckens. Früher war die Stadt eine Siedlung namens Stscheglowo. Die Siedlung wurde im Jahre 1760 an der Mündung des Flusses Iskitim gegründet. 1859 gab es in Stscheglowo 29 Bauernhöfe, die Bevölkerung zählte damals 273 Einwohner. Am 10. September 1907 legte man den Grundstein zur ersten Grube. Dieses Datum ist der Gründungstag des Kemerowoer Bergwerkes.

1911 lebten in Stscheglowo schon 1260 Einwohner, es gab hier 201 Bauernhöfe, eine Gerberei, einige Läden, eine Schule, eine Kirche sowie eine Dampferanlegestelle und eine Dampfmühle.

Am 9. Mai 1918 wurde die Siedlung in die Stadt Stscheglowsk umgewandelt, im Jahre 1932 gab man der Stadt den Namen Kemerowo. Seit 1943 ist Kemerowo Gebietshauptstadt.

Aus der ehemaligen Siedlung entwickelte sich rasch eine Stadt, die in 2014 rund 544.000 Einwohner zählt und eines der bedeutendsten Wirtschafts- und Verwaltungszentren Westsibiriens ist. Kemerowo ist auch einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Sibiriens. Die Eisenbahn, der Luft- und Kraftverkehr verbinden es mit anderen Städten des Landes.

In Kemerowo konzentrieren sich groβe chemische Werke: ein Kaprolaktam, ein Stickstoffwerk, eine Kokerei, ein Kunstfaserwerk u. a. Es gibt ferner drei Kraftwerke, einige Gruben und Tagebaue, viele Betriebe der Leicht- und Lebensmittelindustrie. Insgesamt gibt es in der Stadt über 80 Industriebetriebe, deren Erzeugnisse nicht nur im In-, sondern auch im Ausland bekannt sind.

Zurzeit entstehen in der Stadt auch viele Gemeinschaftsunternehmen in verschiedenen Bereichen, neue Geschäftsbanken, mehrere Versicherungs- und Vermittlerfirmen und zahlreiche Dienstleistungsbetriebe.

In der Umgebung Kemerowo befinden sich einige Landwirtschaftsbetriebe, die die Kemerowoer mit Kartoffeln, Gemüse, Milch, Geflügelfleisch und Eiern versorgen.

Kemerowo ist auch ein bedeutendes wissenschaftliches und kulturelles Zentrum Westsibiriens. Heute gibt es in Kemerowo zahlreiche Lehranstalten, darunter mehrere Hochschulen, viele Mittel-, Fach- und Berufsschulen sowie ein klassisches Lyzeum und einige Gymnasien. Auβerdem gibt es in der Stadt eine Vielzahl wissenschaftlicher Forschungszentren und -institute.



Zu den kulturellen Einrichtungen der Stadt gehören vier Theater, eine Philharmonie mit einem eigenen Symphonieorchester, ein Zirkus. Es gibt auch ein Heimatmuseum, eine Bildergalerie und ein Museum der bildenden Künste. Zur Verfügung der Einwohner und der Gäste der Stadt stehen viele Bibliotheken, Kulturhäuser, Kinos, Stadien, einige Schwimmbäder und ein moderner Sportkomplex, wo verschiedene Kultur- und Sportveranstaltungen stattfinden. In der Stadt gibt es auch viele soziale Einrichtungen wie Kinderkrippen und –gärten, Krankenhäuser, Polikliniken, Lebensmittelgeschäfte, Kaufhäuser, Gasthäuser, Märkte, Dienstleistungsbetriebe.

Kemerowo hat ein eigenes Radiostudio und einige Fernsehstationen. Das heutige Kemerowo ist administrativ in 5 Bezirke gegliedert, unter denen 3 Bezirke am linken Ufer und 2 Bezirke, die am ältesten sind, am rechten Ufer des Flusses liegen. Zwei Brücken über den Tom verbinden alle Bezirke miteinander. In der Stadt herrscht sehr reger Verkehr. Den Einwohnern stehen verschiedene Verkehrsmittel zur Verfügung wie Bus, Obus, Straβenbahn, Bustaxi.



Kemerowo ist eine junge Stadt mit breiten Straβen, originellen Wohnhäusern, modernen Kaufhäusern und vielen Grünanlagen.

Die Innenstadt, die am linken Ufer des Flusses liegt, hat ihr eigenes Gepräge. Das ist einer der ältesten Stadtteile. In der Innenstadt haben die meisten Gebiets- und Stadtverwaltungsämter ihren Sitz. Sie befinden sich in den mächtigen Gebäuden, die um den Sowjetplatz herum stehen. In der Mitte des Platzes steht das Lenin-Denkmal.

Die Hauptstraβe der Stadt ist der Sowjetski-Prospekt, eine der ältesten Straβen von Kemerowo. Der Sowjetski-Prospekt ist der Brennpunkt der Stadt, wo reges Leben zu jeder Tageszeit herrscht. Zu beiden Seiten des breiten Sowjetski-Prospektes, stehen alte schöne Wohnhäuser, in deren Erdgeschossen sich zahlreiche Geschäfte, Buchhandlungen, Cafes und verschiedene Büros befinden. Hier stehen auch das imposante Gebäude des Hauptpostamtes, die Operette, das Schauspielhaus, das Museum der bildenden Künste, wo Künstler der Region sowohl moderne als auch traditionelle russische Kunst ausstellen.

Nicht weit vom Sowjetplatz liegt der Puschkin-Platz mit seiner herrlichen Grünanlage und dem Denkmal des groβen Puschkin. Um den Puschkin-Platz herum stehen alte Wohnhäuser, die in 50er Jahren gebaut wurden.

Vom Puschkin-Platz erreicht man die Uferstraβe, Pritomskaja Nabereshnaja. Von der Uferstraβe aus bietet sich eine groβartige Aussicht auf den Tom und das gegenüberliegende Steilufer. Wenn man vom Puschkin-Platz die Uferstraβe entlang geht, so kommt man zum Ehrenmal mit dem Ewigen Feuer. Man errichtete es zu Ehren der Kusbasseinwohner, die ihr Leben für die Verteidigung unserer Heimat hingaben. Vor dem Ehrenmal liegt die Allee der Helden.

Vom Ehrenmal aus beginnt die Wessennjaja-Straße. In dieser Straβe befinden sich zwei Museen, eine Bibliothek, ein Puppentheater, ein Gymnasium, eine Buchhandlung, einige Geschäfte, Cafes, ein Restaurant sowie das gröβte Hotel der Stadt „Kusbass“. Die Wessennjaja-Straße ist eine der schönsten Straβen von Kemerowo. Besonders beliebt ist sie bei den Kemerowoern und den Gästen der Stadt im Sommer, wenn die Straβe mit wunderschönen Blumenrabatten verziert ist.

Die Wessennjaja-Straße führt zum Wolkow-Platz mit einer gemütlichen Grünanlage und dem Denkmal von Michajlo Wolkow, der im Jahre 1721 auf dem Territorium des heutigen Kemerowo die Steinkohle entdeckte und zu dessen Ehren die dankbaren Nachkommen ein Denkmal errichteten. Am Wolkow-Platz steht eines der 5 Lehrgebäude der Technischen Universität von Kusbass. An der anderen Seite des Wolkow-Platzes befindet sich die Gebietsbibliothek, die den Namen des bekannten sibirischen Dichters Wassilij Fjodorow führt.

An andere Sehenswürdigkeiten bietet Kemerowo die neue Kirche der Erscheinung Mariens, deren hohe Goldkuppel bei klarem Wetter schön in der Sonne blitzt, den Springbrunnen vor dem Schauspielhaus und die Kapelle, die gegenüber vom markanten Gebäude der Philharmonie steht.

Sehenswert sind auβerdem Neubauten von Kemerowo. Die Neubauviertel erhalten ein völlig anderes Gepräge. Moderne mehrgeschossige Wohnhäuser mit Komfortwohnungen sind nach originellen Entwürfen gebaut. Inmitten der Wohnviertel befinden sich Grünanlagen, Kindergärten, Schulen, Kinderspielplätze mit den bunten Pilzdächern, Karussells und Schaukeln.

Einen Eindruck machen auch die Kemerowoer Straβen – sowohl die alten gemütlichen Straβen in der Innenstadt als auch die breiten geraden Straβen in neuen Wohnvierteln wie der Lenin-Prospekt, der Oktoberprospekt, der Boulevard der Bauarbeiter u. a. Diese Straβen säumen sieben-, neun- und auch sechzehngeschossige Häuser mit Balkons und Loggien. Auf den Prospekten befinden sich Verwaltungsgebäude, Banken und Vertretungen verschiedener Firmen und Unternehmen. Da liegen auch gröβere und kleinere Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe, Bibliotheken, Lichtspielhäuser sowie Cafes und Restaurants.

Wunderschön ist die Umgebung der Stadt. Die beiden Tomufer, kleinere Wasserläufe, Seen, Wiesen und ausgedehnte Nadel- und Mischwälder stellen günstige natürliche Voraussetzungen für die Erholung zur Verfügung. Inmitten einer herrlichen Landschaft liegen zahlreiche Erholungs- und Ferienheime, Sanatorien und Jugendherberge. Viele Stadtbewohner können hier entweder ihre Ferien oder das Wochenende verbringen.

Die Umgebung der Stadt ist auch durch das Freilichtmuseum bekannt, das sich nicht weit vom Dorf Pissanaja flussabwärts befindet. Da kann man 280 Felszeichnungen bewundern, die Auskunft über die Lebensweise urzeitlicher Menschen geben und die Elche, Bären, Damhirsche zeigen. Nebenan befindet sich das Museum für Holzbaukunst und Bauernleben. Hier ist ein typisches sibirisches Dorf original wiederaufgebaut. Da kann man alte Wohnhäuser, Hofgebäude, eine Schmiede, einen Dorfladen, ein sibirisches Badehaus besichtigen. In einem Bauernhaus, das wunderbare Schnitzereien verzieren, kann man Gegenstände des damaligen bäuerlichen Alltags betrachten.

Vor 80 Jahren war Kemerowo eine kleine Stadt. Jahr für Jahr aber verändert es sich. Jedes Jahr entstehen hier nicht nur neue Wohnhäuser und neue Straβen, sondern auch neue Stadtteile, die mit dem Zentrum der Stadt gut verbunden sind.

Obwohl Kemerowo weder reiche Geschichte noch historische Baudenkmäler hat, hat es unbestritten seinen Reiz. Besucht jemand einmal die Stadt, so prägen sich ihm unbedingt Kemerowoer Ansichten ein.

Leider ist die ökologische Situation in der Stadt ungünstig. Eine hohe Konzentration von chemischen und kohlengewinnenden Betrieben sowie von Kraftwerken wirkt auf die Verschmutzung der Umwelt bedeutend ein. In die Atmosphäre werden viele Schadstoffe ausgelassen. Diese Emissionen rufen eine scharfe Verschlechterung der ökologischen Situation des Luftraums der Stadt hervor. Bei windstillem Wetter verschwimmt Kemerowo im blauen Gasdunst, und darüber hängt Smog.

Der ökologischen Lage in Kemerowo schenkt man groβe Aufmerksamkeit. Mehrere Umweltschutzkomitees und -dienste versuchen konsequent, verschiedene Maβnahmen durchzuführen, die auf die Sanierung der Umwelt gerichtet sind.

Aufgabe6. Beantworten Sie die folgenden Fragen.

1. Seit wann ist Kemerowo Gebietshauptstadt? 2. Wie viel Einwohner zählt Kemerowo zurzeit? 3. Wie ist Kemerowo mit anderen Städten des Landes verbunden? 4. Welche Industriebetriebe konzentrieren sich in Kemerowo? 5. Mit welchen Produkten versorgen die Landwirtschaftsbetriebe, die in der Umgebung Kemerowo liegen, die Stadtbewohner? 6. Welche Lehranstalten gibt es in der Stadt? 7. Welche kulturellen Einrichtungen stehen den Kemerowoern zur Verfügung? 8. Welche sozialen Einrichtungen gibt es in Kemerowo? 9. Wie ist Kemerowo administrativ gegliedert? 10. Wie sind die Bezirke der Stadt miteinander verbunden? 11. Welche Verkehrsmittel stehen den Einwohnern zur Verfügung? 12. An welchem Ufer liegt die Innenstadt von Kemerowo? 13. Wo haben die meisten Verwaltungsämter ihren Sitz? 14. Wie heiβt die Hauptstraβe der Stadt? 15. Wie sieht der Sowjetski-Prospekt aus? 16. Wo steht das Puschkin-Denkmal? 17. Wohin führt die Uferstraβe? 18. Zu wessen Ehren errichtete man das Ehrenmal? 19. Was befindet sich vor dem Ehrenmal? 20. Wie heiβt eine der schönsten Straβen der Stadt? 21. Was befindet sich in der Wessennjaja-Straße? 22. Warum ist diese Straβe bei allen Stadtbewohnern besonders beliebt? 23. Warum errichteten die dankbaren Nachkommen ein Denkmal zu Ehren von Michajlo Wolkow? 24. Warum sind die Neubauten von Kemerowo sehenswert? 25. Was für einen Eindruck machen die Straβen der Stadt? 26. Warum verbringen die Stadtbewohner das Wochenende und ihre Ferien gern in der Umgebung der Stadt? 27. Was für ein Museum befindet sich beim Dorf Pissanaja? 28. Wie verändert sich Kemerowo Jahr für Jahr? 29. Wie ist die ökologische Situation in der Stadt? 30. Was wirkt auf die Verschmutzung der Umwelt ein? 31. Wie kann man die ökologische Situation in Kemerowo verbessern?

Aufgabe 7. Übersetzen Sie ins Russische.

***

- Entschuldigung, wo ist die nächste Post?

- Gehen Sie geradeaus bis zur Ampel, dann links und in der zweiten Straße rechts ist eine Post.

- Danke. Ist auch eine Bushaltestelle in der Nähe?

- Ja, dort auf der anderen Seite.

***

- Entschuldigen Sie, wie komme ich von hier zum Sowjetski-Prospekt?

- Nehmen Sie den Bus Linie 5.

- Ist die Bushaltestelle weit?

- Nein, ungefähr einen Kilometer. Immer geradeaus, an der übernächsten Ampel rechts.

- Danke vielmals.

- Keine Ursache.

***

- Fährt dieser Trolleybus zur Ausstellung?

- Nein, Sie müssen mit der Linie 2 von der Haltestelle dort drüben fahren.

- Ist es weit zur Ausstellung?

- Nein, nicht sehr. Fahren Sie bis zur Endstation, dann sind es nur noch ein paar Gehminuten. Sie brauchen im Ganzen etwa eine Viertelstunde.

- Danke.

- Gern geschehen.

***

- Können Sie mir bitte sagen, wo die nächste Bank ist?

- Leider nicht, ich bin hier selbst fremd.

 

Aufgabe 8. Beschreiben Sie Ihren Stadtbezirk. Gefällt es Ihnen, darin zu wohnen? Benutzen Sie dabei folgende Wörter und Wortverbindungen.

(Nicht) weit vom Stadtzentrum; der Platz; das Wohnhaus; der Park; der Sportplatz; das Einkaufszentrum, sich gut (schlecht) zurechtfinden, enge, schmutzige (breite, saubere) Straßen.

 

Aufgabe 9. Wo feiern gewöhnlich die Einwohner Ihrer Stadt die Stadtfeste? Beschreiben Sie kurz eine solche Feier.

Aufgabe 10. Lesen Sie und übersetzen Sie den Text.Erzählen Sie den Text nach.

Roter Berg – Krasnaja Gorka

In der Stadt Kemerowo gibt es einen schönen und geschichtlich bedeutenden Ort: Am rechten Ufer des Flusses Tom befindet sich ein richtiges Freilichtmuseum. Am steilen Flussufer kann man die Schichten der Steinkohle und des Sandsteins ansehen. Besonders attraktiv ist der so genannte Brennberg (Gorelaja Gora). Seine hellen Färbungen und interessante Form fallen sofort auf. Die Benennung ist nicht zufällig, denn die Beschreibung eines unterirdischen Brandes finden wir noch in einem Bericht von Michajlo Wolkow, dem Entdecker der Steinkohle in unserem Gebiet, vor dreihundert Jahren.

Dieser Brennberg hat einem Stadtteil von Kemerowo seinen Namen gegeben. Der Stadtteil heiβt Krasnaja Gorka. Die Ereignisse, die hier Anfang des 20. Jahrhunderts vorgekommen sind, haben eine groβe Rolle in der Geschichte von Kemerowo gespielt.

Die Vorkommen von Steinkohle waren so reich, dass hier ab 1907 Bergwerke gebaut wurden. Eins von ihnen ist nicht weit vom Brennberg. Die Förderung von Kohle brachte viel Profit, aber für weiteren Kohlenabbau brauchte man immer mehr Geld. 1912 wurde die Aktiengesellschaft (AG) „Kopikuz“ gegründet. Die Aktionäre dieser AG versuchten das Kapital aus dem In- und Ausland in das Gebiet heranzuziehen. „Kopikuz“ war der Anfang der industriellen Entwicklung des Kusbass.

Von „Kopikuz“ wurden die erste Eisenbahnlinie zur „Transsib“, das Bergwerk „Zentralnaja“ am linken Tom-Ufer und 1915 der gröβte chemische Koksbetrieb Sibiriens gebaut.

In Krasnaja Gorka gibt es auch Bauten, deren Geschichte mit einer anderen Gesellschaft – der AIK verbunden ist. Was bedeuten diese Buchstaben? – „Die Autonome Industrielle Kolonie“.

In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts erlebte Russland einen Bürgerkrieg – Fabriken, Betriebe, Bergwerke kamen zum Stillstand, Menschen hungerten, es herrschten Armut und Not. In dieser Zeit begann in Westeuropa und in den USA die Bewegung der
Intellektuellen zur Unterstützung des russischen Volkes. Einige wollten beim Wiederaufbau des Landes helfen, die anderen eine geschichtliche Gelegenheit ausnutzen und die neue Gesellschaftsordnung mit neuen Technologien zu verbinden versuchen.

Die Gründer der AIK waren der holländische Ingenieur S. Rutgers und die amerikanischen Gewerkschatsfunktionäre G. Kalvert und U. Haywood. Die Initiatoren besuchten 1921 Kusbass, denn sie meinten, dass Sibirien, besonders Kusbass, wegen seiner Vorkommen von Steinkohle groβe Vorteile und gute industrielle Aussichten hätte. Im Dezember 1921 wurde das Abkommen über die Gründung der Autonomen Industriellen Kolonie „Kusbass“ geschlossen. Die AIK hatte ihre Vertretungen in Moskau, New York und Berlin. Der AIK-Leiter war Sebald Rutgers.

S. Rutgers wurde 1879 in den Niederlanden in der Familie eines Pfarrers geboren. Alle in der Familie waren arbeitsfreudig, uneigennützig und auch unternehmungslustig. Noch in der technischen Fachschule in Delft interessierte sich S. Rutgers für Ideen des Marxismus und später wurde er Mitglied der Sozial-Demokratischen Partei Hollands. Nach der Fachschule arbeitete Rutgers als Bauingenieur in den Niederlanden, in den USA, in Indonesien, Japan. Immerwieder war er stark politisch engagiert. 1918 kam er nach Wladiwostok und dann nach Moskau. Hier kam er auf die Idee der Gründung eines modernen vorbildlichen Betriebs in Sibirien mit Hilfe ausländischer Fachleute. So wurde er zum Leiter von der AIK.

Im Sommer 1922 kamen nach Kemerowo die ersten ausländischen Kolonisten aus den USA, Deutschland, Holland und anderen Ländern Westeuropas. Unter ihnen waren bedeutende Fachleute auf den Gebieten der Industrie und Bauindustrie. Es wurden schnell zahlreiche wirtschaftliche Beziehungen zu groβen ausländischen Firmen aufgenommen. In Kemerowoer Bergwerken erschienen moderne Ausrüstung und Maschinen, es wurden das Elektrizitätsnetz und die Lüftungsanlagen installiert.

Der Koksbetrieb begann ab März 1924 seine Produktion und wurde zum gröβten Betrieb in Kemerowo und ganz Sibirien. Der Betrieb wurde auch zu einer groβen Schule für künftige Ingenieure, Techniker, Arbeiter. Steinkohle und Chemieindustrie, Zusammenarbeit mit Ausländern trugen zum raschen Wachsen von Kemerowo bei.

Das Leben veränderte sich rasch. Die Anzahl der Städter und das Kulturniveau der Menschen wuchsen ständig. Es wurden erste Reihenhäuser mit Wasserleitung und Kanalisation statt Erdhütten gebaut. Auf den Straβen der Stadt konnte man erste Autos sehen.

Eine sehr groβe Rolle im Aufbau der Stadt spielte der holländische Architekt Johannes van Lochem. Er tat sein Bestes für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Arbeitern und verwеndеte neueste Bautechnologien in Industrieobjekten.

Aber das Leben der AIKolonisten war nicht leicht. In der Stadt entstand Misstrauen den Ausländern gegenüber, es gab Streit und Auseinandersetzungen. Die Kolonie existierte 5 Jahre. Im Haus von S. Rutgers befindet sich heute das Museum „Krasnaja Gorka“, wo zahlreiche Dokumente und Ausstellungsstücke aus den Zeiten des „Kopikuz“ und der AIK zu sehen sind. Das Museum hat heute feste Kontakte nach Holland.

 

Aufgabe 11. Lesen Sie und übersetzen Sie den Text.Erzählen Sie den Text nach.


Дата добавления: 2015-09-15; просмотров: 25; Нарушение авторских прав


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